Das Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch aus dem frühen 20. Jahrhundert gehört zu den Ikonen der modernen Kunst. Die monochrome schwarze Fläche sollte damals das Bild vom Gegenständlichen befreien und es selbst als autonomes Objekt inszenieren, das keiner über sich selbst hinausweisenden Referenzen mehr bedarf.
Für mein Projekt stellt es den Bezugsrahmen dar, ohne dass es sich ausschließlich auf dieses Vor-Bild bezöge.
Das Projekt besteht aus mehreren Komponenten:
Video-Performance / Installation
Ein an der Wand befestigtes Quadrat von einem Meter Kantenlänge wird von einer unbekleideten, von hinten sichtbaren Person mit einer handelsüblichen Farbrolle gestrichen. Die Prozedur findet zwei mal statt: Einmal wird ein schwarzes Quadrat weiß, einmal ein weißes schwarz gestrichen. Davon wird jeweils ein Videoclip aufgenommen.
Die schwarz-weißen Clips werden in der Installation in zufälliger Abfolge, aber immer in der Reihenfolge schwarz=>weiß=>schwarz usw. abgespielt.
Die Dauer der Clips hängt von der jeweiligen Streichtechnik und -geschwindigkeit der Teilnehmenden ab. Durch die ausschließliche Rückenansicht ist die Person weitgehend anonym dargestellt.


Fotoserie

Mit einer 6×6-Mittelformatkamera (quadratisches Format!) werden Aktfotos vor und mit einem schwarzen Quadrat aufgenommen. Als Filmmaterial kommen der Sofortbildfilm Fuji FP3000B, von dem ich noch längs abgelaufene Restbestände habe, sowie analoger Negativfilm, der in Caffenol entwickelt wird, zum Einsatz.
Die Bilder werden gescannt und digital bearbeitet.
Anthropotypien
Auf einem schwarzen Quadrat von einem Meter Kantenlänge werden in weißer Farbe menschliche Körperabdrücke gemacht.
sonstiges
Darüber hinaus entstehen im weiteren Zusammenhang des Konzepts verschiedene andere Arbeiten, z.B. Gemälde oder Objekte.


