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Dieses Projekt wurde von dem bekannten Foto „Érotique voilée (Meret Oppenheim at the press)” von Man Ray inspiriert.

Anstelle der im Vor-Bild verwendeten Tiefdruckpresse kommt eine alte Pelikan-Vervielfältigungsmaschine, genauer gesagt ein Schablonendrucker, zum Einsatz.

Mir geht es bei dem Projekt nicht um ein Remake, sondern um eine Art Neuerzählung und Hinterfragung des fast hundert Jahre alten Fotos. Die verwendete Presse ist selbst schon wieder reichlich retro: Diese Druckmaschine war in den 1970er Jahren weit verbreitet und diente damals zur Vervielfältigung von Lehrmaterial, Verwaltungsmitteilungen und nicht zuletzt Agitprop.

Pelikan Rotarex 35
Pelikan Rotafix 35

Das verwendete Gerät diente in Hamburg zur Produktion der Flugblätter einer kommunistischen Studierendengruppe. Ein ziemlicher Kontrast zur mit starker künstlerischer Aura aufgeladenen Tiefdruckpresse in Brancusis Atelier, an der damals Meret Oppenheim posierte!

Bei der aktualisierten Umsetzung denke ich eher an eine Performance als an reine Fotos. Eine Möglichkeit wäre, dass die performende Person sich und die Presse mit weißer Farbe (oder einer ähnlichen hellen Substanz wie Heilerde) übergießt und beschmiert – als Kontrast zur schwarzen Druckerfarbe. Auf jeden Fall beibehalten werden soll die Gegenüberstellung von nacktem Körper und technischem Gerät. Der Körper soll jedoch nicht als erotisierte Projektionsfläche inszeniert werden, sondern als Handelnder, der sich zu dem Apparat und dem Ausgangsbild mit seinen (impliziten) Aussagen in Beziehung setzt.
Die Performance wird als Video in Zeitlupe aufgenommen. Parallel dazu sollen Fotos entstehen: Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf in Caffenol entwickeltem Analogfilm, Sofortbildaufnahmen sowie automatisierte digitale Serien.

 zu Meret Oppenheim:

https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/meret-oppenheim

https://de.wikipedia.org/wiki/Meret_Oppenheim